Sammlungen der Museen
Graphische Sammlungen
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Prolog im Himmel (aus: 'Faust. Eine Tragödie')
Die skizzenhafte Zeichnung zeigt die Szene im Himmel, die Goethe als einen von drei Prologen dem ‚Faust I‘ voranstellt. Mephisto, in Rückenansicht unten links dargestellt, tritt hier vor Gott und die Erzengel und schließt mit ihm eine Wette über den Gelehrten Faust ab. Die Zeichnung, die mit brauner Tinte auf blauem Papier gefertigt ist, legt den Fokus auf die Interaktion der Figuren und den Zeigegestus, den Mephisto in Richtung der Erde, dargestellt als zwischen den Wolken auftauchende Halbkugel, vollführt.
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Graphische Sammlungen
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Die Erscheinung des Erdgeistes (aus: 'Faust. Eine Tragödie')
In seinem Streben nach Wissen nutzt Faust Magie, um den Erdgeist zu beschwören. Dieser jedoch verspottet ihn nur und weist ihn in die Schranken seiner Menschlichkeit. Die Zeichnung zeigt mittig den übergroßen Kopf des Erdgeistes von Strahlen umgeben. Mit seiner antikisierenden Erscheinung betont Goethe dabei den Erdgeist als Idealbild, das in starkem Kontrast zur kleineren Gestalt des Faust steht, der erschreckt die Hände zu den Seiten reckt. Das Blatt ist wohl kein konkreter Bühnenbildentwurf, sondern diente vermutlich Vorüberlegungen zur Darstellbarkeit der Erscheinung.
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Graphische Sammlungen
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Die Beschwörung des Pudels (aus: 'Faust. Eine Tragödie')
In ähnlicher Komposition wie die Zeichnung zur Beschwörung des Erdgeistes, zeigt die Szene die Verwandlung des Pudels, als das Tier sich als Mephisto zu erkennen gibt. Die mit Tusche lavierte Zeichnung zeigt den Arkadenbogen in Fausts Studierzimmer, wo sich über der vordergründigen Balustrade mittig der Kopf der Hundegestalt erkennen lässt. Die offene Strichführung eignet sich gut, um den Prozess der Wandlung darzustellen. Die Zeichnung ist dabei vermutlich weniger ein konkreter Bühnenbildentwurf, sondern eher ein Nachdenken über die Darstellungsmöglichkeiten der visionären Erscheinung auf der Bühne.
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Deutsche Graphik 19. Jahrhundert
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Walpurgisnacht (aus: 'Faust. Eine Tragödie')
Die Zeichnung zeigt den Aufstieg zum Brocken, wo Faust und Mephisto der Walpurgisnacht beiwohnen. Kombiniert wird die Szene mit der Erscheinung Gretchens, deren Gestalt in der Grotte zu sehen ist und die auf das tragische Ende des Mädchens im folgenden Verlauf des Stückes verweist. Die Wahl des blauen Papiers und der dynamische Pinselduktus erkunden die Darstellungsmöglichkeiten dieser von Magie und übernatürlichen Geschehnissen gekennzeichneten Szene.
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Deutsche Graphik 18. Jahrhundert
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Astronom (recto); Figurenstudien zum Astronom (verso)
Die Arbeit am Faust war für Goethe ein lebenslanges Projekt. Schon lange vor dem Erscheinen der ersten Fragment-Fassung 1790 sind Zeichnungen zu finden, die die Beschäftigung mit Figuren und Motiven dieses Stoffes belegen. So auch die hier vorliegende Zeichnung eines Astronomen, der inmitten seiner Instrumente in die Forschungsarbeit vertieft ist. Die Analogien zum Alchemisten Faust sind leicht erkennbar.
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Graphische Sammlungen
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Studierzimmer (aus: 'Faust. Eine Tragödie') (recto); Hexagramme (verso)
Die Bleistiftzeichnung zeigt skizzenhaft einen Ausschnitt von Fausts Studierzimmer. Die Architektur ist dabei bestimmt durch den Teil eines Arkadenbogens, der wohl über mehrere Stockwerke ragt und dessen oberer Abschluss hier sichtbar ist. Im Vordergrund verweisen ein Bücherregal und ein Schreibpult auf die Funktion des Raums. Das Blatt bezeugt Goethes Überlegungen zur Bühnengestaltung des Dramas. Die Arkadenbögen bilden dabei ein wiederkehrendes Motiv der Szenografie.
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Graphische Sammlungen
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Hexenküche (aus: 'Faust. Eine Tragödie') (recto); Theaterszene (verso)
Die Zeichnung zeigt die Hexenküche, gut erkennbar am dampfenden Kessel vorne rechts. Die durch viele kleine Objekte bestimmte Szene im Vordergrund wird gerahmt durch eine Arkadenarchitektur im hinteren Bildgrund, die sich auch in anderen Skizzen zur möglichen Bühnenbildanlage findet, die Goethe für den Faust anfertigte.
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Klassik Stiftung Weimar, Museen
Felsenbuchten des Ägäischen Meeres (aus: 'Faust. Der Tragödie zweiter Teil')
Das Blatt zeigt eine Szene aus Faust II, in der der hymnische Gesang der Sirenen die Handlung untermalt. Die mit leichter Hand ausgeführte Bleistiftzeichnung setzt die vordergründigen Sirenen, hier in Gestalt eines hybriden Wesens aus Mensch und Vogel, vor eine hintergründige Landschaft, die den Blick in die Ferne über das ägäische Meer freigibt. Der Aufbau der Szene rekurriert auf klassizistische Landschaftsgemälde. Die Darstellung der Sirenen selbst basiert auf einer antiken Gemme.
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Graphische Sammlungen
Klassik Stiftung Weimar, Museen
Nächtlicher Vesuvausbruch
Das Blatt zeigt den Ausbruch des Vesuvs bei Nacht. Goethe, der sich im Besonderen für die Frage nach der Entstehung der Erde interessierte, war fasziniert, als er am Golf von Neapel den aktiven Vulkan besuchen konnte. Die Zeichnung, die in für Goethe durchaus ungewöhnlicher Farbigkeit aquarelliert ist, zeigt den Ausbruch in dramatischem Kontrast vor dunklem Himmel. Goethe bindet die Theorien der Neptunisten und der Plutonisten, die den Ursprung der Welt im Wasser bzw. der Aufschmelzung von Gestein sahen, in die Handlung des Faust II ein.